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Freitag, 28.11.2008, 18.00 Uhr
Gemeindesaal, St. Christina, Chemun Straße 1

Grödner Bauernhöfe

Präsentation der „Höfekarte“ und der Bestandsaufnahme 2008
Ein Querschnitt durch Geschichte und Bestand

Bauernhöfe und andere anonyme Architektur wie Mühlen und Stadel prägen die Grödner Kulturlandschaft und spiegeln eine jahrhundertealte bäuerliche Tradition wieder. Mit der aktuellen wirtschafltichen Entwicklung und dem Verschwinden der bäuerlichen Gesellschaft haben sich die Ansprüche an die Gebäude gewandelt. Die Bedeutung ihrer Nutzung und Bewahrung als wertvolles Kulturerbe ist zunehmend in Frage gestellt.

Das Museum Gherdëina in St. Ulrich hat diese kritische Situation zum Anlass für eine flächendeckenden Bestandsaufnahme und Dokumentation der bäuerlichen und ländlichen Architekturen in Gröden genommen. Das Projekt wird vom ladinischen Regionalassessor Florian Mussner und den Grödner Bürgermeistern unterstützt.

Bestandsaufnahme

Die Architektinnen und Bauforscherinnen Barbara Lanz und Sonja Mitterer haben im Sommer 2008 in den drei Grödner Talgemeinden von St. Ulrich, St. Chrstina und Wolkenstein sowie in den ladinischen Fraktionen der Gemeinde Kastelruth alle Bauernhöfe, historischen Hofstellen sowie Wirtschaftsgebäude wie Mühlen, Backöfen und Stadel aufgenommen und ein umfassendes Inventar des Bestandes an bäuerlicher Architektur erstellt:

  • Jedes Gebäude wurde vor Ort anhand eines speziellen Kriterienkataloges und eines entsprechenden Datenblattes systematisch nach bauhistorischen, typologischen, schadenstechnischen und restauratorischen Fragestellungen erfasst, beschrieben und bildlich dokumentiert.

Impressionen Grödner Bauernhöfe
 

Höfekarte – erhobene Daten

Insgesamt wurden 514 Höfe bzw. Hofstellen laut Dokumentation aus dem Jahre 1951 identifiziert und aufgenommen: In der Gemeinde St. Ulrich wurden 172 Höfe bzw. Hofstellen, in den Fraktionen Überwasser, Runggaditsch und Pufels 103 Höfe, in der Gemeinde St. Christina 119 Höfe, in der Gemeinde Wolkenstein 120 Höfe.

  • Etwa 20 % der untersuchten Höfe haben einen mittelalterlichen oder gotischen Baukern.
  • Die ältesten Baubestände sind romanisch und Ende 13./ Anfang 14. Jahrhundert zu datieren.
  • Einen Überblick aller erhobenen Bauernhöfe bzw. Hofstellen verschafft die eigens erstellte „Höfekarte“.

Impressionen Grödner Bauernhöfe
 

Weitere Projektschritte

Die Bestandsaufnahme dient als Grundlage für eine weitere detaillierte Dokumentation von besonders wertvollen oder gefährdeten Bauernhöfen, zur Erarbeitung von Konzepten zum Erhalt bzw. Restaurierung oder Umbau sowie zur touristischen Nutzung und didaktischen Aufarbeitung für Ausstellungs- und Studienzwecke.

Langfristig sind der Aufbau einer Datenbank und die Einrichtung einer Forschungsstelle zu den Grödner Bauernhöfen im Museum Gherdëina geplant.

Impressionen Grödner Bauernhöfe
 


Idee und Konzept

Museum Gherdëina in Zusammenarbeit mit Arch. Dr. Barbara Lanz (Architektin und Kunsthistorikerin Toblach), Arch. Sonja Mitterer (Architektin Terlan), Dr. Martin Laimer (Präsident Arbeitskreis Bauforschung Südtirol), Marie-Theres Thaler (Diplomarbeit Grödner Bauernhöfe), Prof. Dipl.-Ing. Joachim Moroder und Prof. Dipl.-Ing. Horst Hambrusch (Architekturfakultät Innsbruck)


Koordinierung und Ausführung

Barbara Lanz und Sonja Mitterer
(Schwerpunkt Baugeschichte, Bauforschung, Denkmalpflege und Restaurierung historischer Bausubstanz)


Organisation und Auftrag

Museum Gherdëina, St. Ulrich/Gröden


Unterstützung

Das Projekt wurde mit der Unterstützung des Landesrates für die ladinische Kultur Dr. Florian Mussner, dem Amt für Sprachminderheiten der Region Trentino-Südtirol und der Grödner Talgemeinden von St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein und Kastelruth realisiert.


Information

Dr. Paulina Moroder, Direktorin
Museum Gherdëina/Museum Gröden
39046 Urtijëi/St. Ulrich
Tel. 0471 797554
Fax 0471 789798
p.moroder@museumgherdeina.it


Pressemappe

Pressemitteilung (de) - Grödner BauernhöfePräsentation der „Höfekarte“ und der Bestandsaufnahme 2008 - ein Querschnitt durch Geschichte und Bestand
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Communicato Stampa - I masi della Val GardenaPresentazione della pianta dei masi e della mappatura 2008 - Una prospettiva attraverso la storia e il patrimonio
266.54 Kb
Comunicat stampa (lad) - Mejes de GherdëinaPresentazion dla nrescida 2008 y „cherta de mejes“
64 Kb